50 Jahre LC Rüsselsheim

Foto: Timo Gerbig
Foto: Timo Gerbig

04.04.2019 (PS) - Einer von den acht Gründungsmitgliedern des LC Rüsselsheim war der Hürdensprinter Klaus Gerbig. Bedingt durch die Kriegswirren wurde er am 06. Mai 1939 in Kassel geboren. Anfang 1940 kehrte er mit seinen Eltern, eine ureingesessene Rüsselsheimer Familie, nach Rüsselsheim zurück. Nach dem Krieg schloss sich der kleine Klaus der TG Rüsselsheim an. Mit selbstgebauten Startblöcken und lediglich drei qualitativ minderwertigen Übungshürden begann er sein Training. Sein Talent als Sprinter wurde sehr schnell entdeckt und gefördert. Besonders die kurzen Hürdenstrecken (110m und 200m) lagen ihm an Besten. Unter seinem Trainer Helmut Dorn stellten sich Anfang der fünfziger Jahre die ersten Erfolge ein. Steil führte sein sportlicher Weg in die deutsche Spitze der Hürdenläufer.

 

Ende der fünfziger bis Mitte der sechziger Jahre war er einer der drei besten deutschen Hürdenläufer. Über seine Spezialstrecke, die heute nicht mehr gelaufene 200m Hürden, war er sogar kurzzeitig Inhaber des Junioren-Europarekords. Da sein sportlicher Ehrgeiz die Teilnahme an den Olympischen Spielen war, konzentrierte er sich auf die kürzere 110m Hürdenstrecke. Nach geglückten Ausscheidungsläufen gegen die Sprinter der DDR ging sein Traum in Erfüllung. Zusammen mit Martin Lauer und Karl Ernst Schottes vertrat er 1960 im Rom als Hürdensprinter die gesamtdeutsche Nationalmannschaft. Etwas im Schatten von Martin Lauer, der Olympiasieger in der 4x100m Staffel und Vierter über 110 Meter Hürden wurde, kam er mit 14,7 sec bis in den Zwischenlauf. In seiner Karriere

Foto: Timo Gerbig
Foto: Timo Gerbig

wurde das zweifelsohne größte und ehrgeizigste Leichtathletiktalent aus Rüsselsheim, 7-mal Deutscher, 5-mal Süddeutscher und 18-mal hessischer Meister. In den Jahren 1958 und 1959 als Junior Deutscher Doppelmeister über 110m und 200m Hürden. In der Männerklasse folgten unter anderen die Siege über 200 Meter Hürden (1961/63). Insgesamt stand er dreizehnmal in einem deutschen Endlauf. Dabei stellte er seine Bestzeiten von 14,2sec (110m Hü) und 23,7sec (200m Hü) auf.

 

Er bestritt sechs Einsätze für die deutsche Leichtathletik – Nationalmannschaft. Bei einem Länderkampf in Finnland lernte er seine spätere Frau Katri Lindholm kennen. Aus dieser Verbindung stammt sein einziger Sohn Timo Gerbig. Nach seiner aktiven Laufbahn blieb er der Leichtathletik als Kampfrichterobmann und Starter erhalten. 1969 war er Mitbegründer des LC Rüsselsheim uns später als Trainer der Leichtathletikabteilung des SSV Raunheim aktiv. Leider war ihm kein langes Leben vergönnt. Im Alter von nur 53 Jahren verstarb er 1992 an einem Krebsleiden.

Bericht: Peter Schmit; Fotos: Timo Gerbig