Das frisch renovierte Lohrheidestadion in Bochum stand 2026 bereits zum zweiten Mal im Mittelpunkt der deutschen Leichtathletik. Vom 10. bis 12. Juli wurden dort die Deutschen Meisterschaften der U16 und U20 ausgetragen. Nur zwei Wochen später finden an gleicher Stelle auch die Deutschen Meisterschaften der Aktiven statt.
Für die LG Rüsselsheim war die Veranstaltung etwas ganz Besonderes: Erstmals seit Jahren ging mit Lea Schmuderer eine Athletin der W15 bei Deutschen Meisterschaften an den Start. Bereits Anfang Mai hatte sich Lea überraschend über die 300 Meter Hürden für den nationalen Saisonhöhepunkt qualifiziert und konnte sich seitdem gezielt auf dieses besondere Erlebnis vorbereiten.
Eigentlich sollte noch eine zweite Qualifikation folgen. Doch nachdem die Süddeutschen Meisterschaften aufgrund der großen Hitze abgesagt werden mussten, fehlte Lea die letzte Möglichkeit, die Norm über die 80 Meter Hürden zu erfüllen. Am Ende verpasste sie die Qualifikation denkbar knapp um lediglich drei Hundertstelsekunden. Die Vorfreude auf ihren Start über die 300 Meter Hürden wurde dadurch jedoch keineswegs getrübt.
Um möglichst ausgeruht in den Wettkampftag zu starten, reisten Lea, Trainer Tobias und ihre Familie bereits am Freitag nach Bochum an. Nach einem gemeinsamen Abendessen in einer Pizzeria ging es ins Hotel. Von dort waren es am Samstagmorgen nur rund zehn Minuten bis zum traditionsreichen Lohrheidestadion.
Der Start über die 300 Meter Hürden war für 11:50 Uhr angesetzt. Bereits um 9:30 Uhr traf das Team im Stadion ein. Während zunächst noch einige Wettkämpfe verfolgt wurden, war die Stellplatzkarte bereits am Vortag abgegeben worden. Anschließend ging es zum Aufwärmgelände, das mit einem überdachten Trainingsbereich sowie einem vollwertigen zweiten Sportplatz ideale Bedingungen bot.
Lea startete im zweiten von fünf Vorläufen auf Bahn zwei. Schon beim Einmarsch wurde deutlich, dass Deutsche Meisterschaften eine besondere Atmosphäre bieten: Die Athletinnen wurden laufweise ins Stadion geführt, vor dem Start einzeln mit ihren bisherigen Erfolgen vorgestellt, die Wettkämpfe wurden live übertragen und mehrere tausend Zuschauer sorgten für eine beeindruckende Kulisse. Die Haupttribüne war hervorragend gefüllt, ebenso die Stehplätze rund um den Hochsprung.
Von Beginn an ging Lea ihr Rennen mutig an. Sie ließ sich von der starken Konkurrenz nicht aus dem Konzept bringen und lief konsequent ihr eigenes Rennen. Besonders auf den letzten Hürden konnte sie dank ihrer sauberen Hürdentechnik noch mehrere Konkurrentinnen überholen. In ihrem Lauf belegte sie mit 47,67 Sekunden den sechsten Platz und stellte dabei gleichzeitig eine neue persönliche Bestzeit auf.
Mit der 40. Meldezeit war Lea in den Wettbewerb gegangen. Am Ende belegte sie einen hervorragenden 24. Platz im Gesamtklassement und verbesserte ihre Bestleistung – ein rundum gelungenes Debüt auf nationaler Bühne. Nach dem Zieleinlauf fiel die Anspannung sichtbar von ihr ab. Die Erleichterung und die Freude über die starke Leistung waren ihr deutlich anzusehen.
Im Anschluss erreichten Lea zahlreiche Glückwünsche und Nachrichten von Freunden, Vereinskollegen und Unterstützern, die ihren Lauf im Livestream verfolgt hatten. Den restlichen Wettkampftag nutzte das Team, um viele weitere hochklassige Wettbewerbe und beeindruckende Leistungen der besten Nachwuchsathletinnen und -athleten Deutschlands zu verfolgen.
Am Sonntag richtete sich der Blick noch einmal auf die 80 Meter Hürden – jene Disziplin, für die Lea die Qualifikation nur hauchdünn verpasst hatte. Mit ihren in dieser Saison gezeigten Leistungen hätte sie sich auch dort durchaus achtbar präsentieren können.
Am Ende bleibt ein unvergessliches Wochenende und ein verdienter Lohn für die intensive Trainingsarbeit der vergangenen Monate. Für Lea Schmuderer war die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften ein großartiges Erlebnis und ein weiterer wichtiger Schritt in ihrer sportlichen Entwicklung. Gleichzeitig hat sie eindrucksvoll gezeigt, dass sie auch auf nationaler Ebene hervorragend mithalten kann.